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Mehr Action, weniger Mathe-Stress: Bewegungsspiele, die das Lernen leichter werden lassen

Vielleicht hast du dich auch schon gefragt: Warum fällt meinem Kind das Lernen manchmal so schwer, obwohl es eigentlich so klug ist? Als Lerntherapeutin sehe ich immer wieder, wie viel Bewegung für das schulische Lernen bewirken kann – besonders bei Kindern, die Schwierigkeiten mit Mathe oder Konzentration haben. Heute möchte ich dir zeigen, wie Bewegung und spielerisches Lernen Hand in Hand gehen können, um mathematische Fähigkeiten zu fördern.


Heute möchte ich dir einige kreative und praktische Ideen vorstellen, wie du das Üben abwechslungsreicher gestalten und dabei gezielt Bewegung in deine Übungseinheiten oder in die Hausaufgabensituation integrieren kannst:

Rechengymnastik: Mathe trifft Bewegung


Rechengymnastik ist eine wunderbare Möglichkeit, Kopfrechenaufgaben mit körperlicher Aktivität zu verbinden. Hier ist eine Tabelle, die ich für das Rechnen im Zahlenraum 20 verwende. Ich sage eine Rechnung an, das Kind rechnet und sucht die Ergebniszahl in der Tabelle. Je nach dem in welcher Spalte das Ergebnis steht führt es dann die entspreche Tierübung dazu aus:

Die Raupe:

Diese Übung stärkt die Körperspannung und Koordination:

  • Stelle dich hüftbreit auf und berühre mit den Handflächen den Boden.

  • Gehe mit den Händen vorwärts in eine Liegestützposition.

  • Anschließend ziehst du die Füße Richtung Hände – wie eine Raupe!


    Falls das zu anspruchsvoll ist, starte aus dem Kniestand.

Der Flamingo:

Stehe auf einem Bein und löse dabei die nächste Rechenaufgabe. Diese Übung trainiert das Gleichgewicht und Konzentration – wer kann am längsten stehen?

Der Frosch:

Hüpfe durch den Raum wie ein Frosch:

  • Gehe in die breite Hocke, lege beide Handflächen vor dich auf den Boden und springe mit beiden Beinen gleichzeitig nach vorne.


    Nach jedem Sprung wird gerechnet – so bleibt der Kopf genauso aktiv wie der Körper!

Die Spinne:

Krabble rücklings durch den Raum: Nur deine Fußsohlen und Handflächen berühren den Boden. Diese Übung fördert Koordination und Körperspannung.

💡 Tipp: Du kannst entweder während der Bewegungsübung rechnen oder zwischen den Bewegungen kurze Aufgaben einbauen.


Twister mit Ergebniskarten


Twister ist nicht nur ein lustiges Spiel, sondern auch perfekt geeignet, um mathematische Fähigkeiten zu trainieren! So funktioniert es:

  • Verteile Mengenkarten oder Ergebniskarten am Boden (z. B. Zahlen von 1 bis 10). Befestige sie am besten mit Klebestreifen, damit sie nicht verrutschen.

  • Gib deinem Kind Anweisungen wie: "Greif mit der rechten Hand auf die 8" oder "Setz den linken Fuß auf die 1."


Zahlenzerlegungen mit Twister üben:

Du kannst Twister auch nutzen, um Zahlenzerlegungen zu trainieren:

  • Sage eine Zahl (z. B. 10), die zerlegt werden soll. Das Kind hüpft auf eine kleinere Zahl (z. B. 6) und legt eine Hand auf die passende Ergänzungszahl (z. B. 4). Alternativ kann ein Würfel die erste Zerlegungszahl vorgeben.

Diese Übung fördert nicht nur das Mengenverständnis, sondern auch Koordination, Körperwahrnehmung und Raumorientierung.


Geheimcode 13+4: Mathe-Abenteuer im Freien


Dieses Spiel basiert auf dem Lernspiel Geheimcode 13+4 von HABA – ich habe es abgewandelt, um es draußen spielen zu können! So funktioniert es:

  • Schreibe 15 Zahlen zwischen 1 und 20 als "Lichtschranken" am Boden entlang eines Weges auf.

  • Die Spieler:innen sind Einbrecher:innen, die einen Goldschatz stehlen möchten – aber jede Lichtschranke muss überwunden werden!

Spielablauf:

  • Ziehe aus einem Uno-Kartenstapel sechs Zahlenkarten (alle anderen Karten vorher entfernen).

  • Steht dein Kind vor der ersten Schranke (z. B. 5), muss es passende Karten verwenden (z. B. 2 + 3) und über die Schranke springen.

  • Vor der nächsten Schranke (z. B. 9) kann es weitere der bereits gezogenen Karten nutzen (z. B. 3 x 3).

  • Wenn mit den gezogenen Karten keine Rechnung mehr möglich sie, ist der nächste Spieler an der Reihe. Auch dieser zieht sechs Karten,…

  • Jedes Mal wenn ein:e neuer Spieler:in an der Rehe ist werden neue Karten gezogen.

💡 Tipp: Erlaubt sind alle Grundrechenarten – aber passe die Regeln einfach an: nur Mal (dann schreibe Ergebnisse von Malreihen in die Lichtschranken; nur -,… je nachdem was ihr üben wollt)


Was tun, wenn dein Kind nun aber vor einem langweiligen Hausaufgabenblatt sitzt und unmotiviert und unkonzentriert vor sich hin trödelt? Bring Action ins Arbeitsblatt:


Bevor es losgeht, erstellt ihr gemeinsam eine Liste mit 6 coolen Bewegungsübungen.

Hier sind ein paar Vorschläge, aber Kinder sind meistens kreativer und haben ihre eigenen Ideen:

1: Der verrückte Professor:

Macht 10 Hampelmänner, aber bei jedem Sprung ruft ihr laut "Ich liebe Mathematik!" (oder vielleicht ein Malsätzchen, das sich dein Kind ganz schlecht merken Kann: 7 mal acht ist 56).


2: Der tanzende Roboter:

Tanzt 30 Sekunden lang wie ein Roboter – mit ruckartigen Bewegungen und lustigen Geräuschen.


3: Die Superhelden-Pose:

Stellt euch in eine coole Superhelden-Pose (z. B. Arme in die Luft, ein Bein nach vorne) und haltet sie für 15 Sekunden.


4: Der Tierstimmen-Mixer:

Macht 5 Kniebeugen und imitiert bei jeder Kniebeuge ein anderes Tier (z. B. Hund, Katze, Kuh, Schwein, Ente).


5: Der Zahlen-Jongleur:

Nehmt einen Ball oder ein Kuscheltier und wirf es dreimal in der Luft. Ruft dabei: „Ich schaffe das!“


6: Der Grimassen-Meister:

Schneidet 10 Sekunden lang die lustigsten Grimassen, die ihr draufhabt.

Nun schreibt die Zahlen 1 bis 6 zu den entsprechenden Bewegungsübungen auf der Liste. Jetzt braucht ihr nur noch einen Würfel.

Entscheidet gemeinsam, wann gewürfelt wird:


  1. Option A:  Nach jeder Rechenaufgabe wird eine Runde gewürfelt.

  2. Option B: Nach jeweils drei Aufgaben gibt's eine Bewegungs-Challenge.


Die "Action-Regeln":

Würfel werfen, passende Übung ausführen – fertig!

 

Facit: Üben ist genauso langweilig, wie man es gestaltet 😉





 
 
 

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